Heft 6 / 2012

In der aktuellen Ausgabe der NotBZ (Heft 6, Erscheinungstermin: 1. Juni 2012) lesen Sie folgende Beiträge und Entscheidungen.

Beiträge

  • Amann, Hermann, Fernwirkungen der Wiederverwendung einer Vormerkung für einen neuen oder erweiterten Anspruch, NotBZ 2012, 201-208
    Nur wenige grundbuchrechtliche Entscheidungen des BGH aus den letzten 13 Jahren haben derartiges Aufsehen erregt, wie die beiden Urteile zur Wiederverwendung einer Vormerkung für einen neuen oder erweiterten Anspruch. Die erste Entscheidung betraf die Wiederverwendung für einen neuen Anspruch (BGH v. 26.11.1999 – V ZR 432/98, BGHZ 143, 175 = NJW 2000, 805 = DNotZ 2000, 639 mit Anm. = MittBayNot 2000, 104 mit Anm. und , MittBayNot 2000, 197 = Rpfleger 2000, 154 mit Anm. = ZfIR 2000, 121 mit Anm. , ZfIR 2000, 207 = EWIR § 883 BGB I/2000, 285 mit Anm. ), die zweite die Erweiterung der Entstehungsgründe des vorgemerkten Anspruchs (BGH v. 7.12.2007 – V ZR 21/07, NotBZ 2008, 416 = NotBZ 2008, 198 = NJW 2008, 578 = DNotZ 2008, 514 mit Anm. = MittBayNot 2008, 212 mit Anm. = NZI 2008, 325 mit Anm. = ZIP 2008, 893 mit Anm. ). Der Einfachheit halber bezeichne ich beide Vorgänge einheitlich – dem Sprachgebrauch von ( in FS Achim Krämer, 2009, S. 475, 486 statt anderer für denselben Vorgang verwendeter Ausdrücke wie “Aufladung, Recycling oder Extension” der Vormerkung) folgend – als Wiederverwendung der Vormerkung. Der Erweiterung der Entstehungsgründe steht dabei ein späterer Wegfall von Erlöschensgründen im Ergebnis gleich.Großes Aufsehen hat diese Rechtsprechung deswegen erregt, weil der BGH zur wirksamen Wiederverwendung der für den bisherigen Anspruch eingetragenen Vormerkung keine Eintragung in das Grundbuch für erforderlich hält, sondern eine erneute Bewilligung i.S.d. § 885 Abs. 1 Satz 1 BGB genügen lässt, die den neuen oder erweiterten Anspruch unter den Schutz der Vormerkung stellt. Nach allgemeiner Ansicht ist es nicht erforderlich, dass die erneute Bewilligung dem Grundbuchamt zugeht, Zugang beim Vormerkungsgläubiger genügt (vgl. Palandt/, 71. Aufl. 2012, § 885 BGB Rz. 9; in MünchKomm/BGB, 5. Aufl. 2009, § 885 BGB Rz. 17; Staudinger/, 2008, § 885 BGB Rz. 12). Eine solche Wiederverwendung setzt allerdings voraus, dass Gläubiger, Schuldner und Ziel des Anspruchs unverändert bleiben. Andernfalls kann Vormerkungsschutz für einen neuen oder erweiterten Anspruch nach wie vor nicht durch bloße Bewilligung, sondern ausschließlich durch eine neue Vormerkung geschaffen werden.Die nachfolgenden Überlegungen befassen sich mit der Wirkungskraft einer wiederverwendeten Vormerkung, mit der Möglichkeit, diese Wirkungskraft durch gutgläubigen Erwerb zu überwinden, und mit den Auswirkungen dieser Rechtsprechung auf die Löschung von Vormerkungen.
  • Maaß, Eckart, Das Schicksal von Rechten beim Erlöschen des begünstigten Erbbaurechts, zugleich Anmerkung zu BGH v. 17.2.2012 – V ZR 102/11, NotBZ 2012, 218, NotBZ 2012, 208-213
    Die Folgen der Beendigung eines Erbbaurechts infolge Zeitablaufs oder Aufhebung für die zugunsten des jeweiligen Erbbauberechtigten begründeten Rechte gehören zu den in der Rechtsprechung noch ungenügend ausgeleuchteten Fragen des Erbbaurechts. Für einen Teilbereich der Rechte, nämlich den zugunsten des Erbbauberechtigten bestellten Wege- und Leitungsrechten hat der BGH mit Urteil vom 17.2.2012 – V ZR 102/11 nunmehr Stellung bezogen. Der Beitrag analysiert die Entscheidung des BGH und geht darüber hinaus den noch verbliebenen offenen Fragen zum Schicksal der zugunsten eines Erbbauberechtigten bestehenden Rechte bei Beendigung des Erbbaurechts nach.

Kostenrecht

  • Sind höchstpersönliche Rechte Vermögen i.S.d. § 46 Abs. 4 KostO bzw. § 39 Abs. 3 KostO?, NotBZ 2012, 213

Rechtsprechung kompakt

  • BGH v. 7.3.2012 - XII ZR 13/10, Rückzahlung der Mietsicherheit, NotBZ 2012, 213-214
  • BGH v. 27.1.2012 - V ZR 272/10, Vorkaufsrecht bei kaufähnlichen Gestaltungen, NotBZ 2012, 214-216
  • BGH v. 24.1.2012 - II ZR 109/11, Einziehungsbeschluss entfaltet bereits mit Zustellung an betroffenen Gesellschafter Wirksamkeit, NotBZ 2012, 216-217
  • OLG Nürnberg v. 13.2.2012 - 12 W 2361/11, Sitzverlegung vom Ausland nach Deutschland, NotBZ 2012, 217-218

Rechtsprechung

  • BGH v. 7.3.2012 - XII ZR 25/10, Voreheliche Betreuung gemeinsamer Kinder begründet keinen ehebedingten Nachteil, NotBZ 2012, 218
  • BGH v. 17.2.2012 - V ZR 102/11, Zum Schicksal von Grunddienstbarkeiten bei Erlöschen des hiervon begünstigten Erbbaurechts, NotBZ 2012, 218
  • BGH v. 11.11.2011 - V ZR 65/11, Kostenbefreiung für den einer Baumaßnahme nicht zustimmenden Wohnungseigentümer, NotBZ 2012, 218
  • KG v. 13.3.2012 - 1 W 747/11, Selektive Erbausschlagung: familiengerichtliche Genehmigung erforderlich, NotBZ 2012, 218-219
  • KG v. 13.3.2012 - 1 W 542/11, Zum Schenkungsverbot des Betreuers: Im Grundbuchverfahren gelten ähnliche Grundsätze wie bei der Beurteilung der Entgeltlichkeit von Verfügungen des Testamentsvollstreckers, NotBZ 2012, 219-221
  • KG v. 6.3.2012 - 1 W 10/12, Zum Nachweis der Erbfolge nach § 35 Abs. 2 GBO bei Verwendung einer Pflichtteilsstrafklausel, NotBZ 2012, 221-223
  • KG v. 28.2.2012 - 1 W 43/12, Zum Nachweis des Rechtsübergangs von Vermögensgegenständen im Wege der Ausgliederung im Grundbuchverfahren, NotBZ 2012, 223-224
  • OLG Frankfurt v. 3.1.2012 - 20 W 297/11, Grundbuch: Nachweise im Hinblick auf § 1365 Abs. 1 BGB, NotBZ 2012, 225-227
  • OLG München v. 26.3.2012 - 34 Wx 199/11, Löschung einer Rückauflassungsvormerkung aufgrund Unrichtigkeitsnachweises bei möglicherweiser “Wiederaufladung”, NotBZ 2012, 227-230
  • OLG München v. 16.3.2012 - 31 Wx 70/12, Aufhebung des Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrags zum (Geschäfts-) Jahresende, NotBZ 2012, 230
  • OLG Schleswig v. 1.2.2012 - 2 W 10/12, Vertretungsnachweis bei einer Limited gegenüber Registergericht, NotBZ 2012, 230-232
  • OLG Stuttgart v. 29.3.2012 - 8 W 112/12, Formunwirksamkeit der Zuweisung des Bestimmungsrechts nach § 2198 BGB an den Urkundsnotar, NotBZ 2012, 232-233
  • OLG Stuttgart v. 20.3.2012 - 8 W 98/11, Löschung einer Rückerwerbsvormerkung durch Grundbuchberichtigung, NotBZ 2012, 234-235
  • OLG Stuttgart v. 9.3.2012 - 8 W 85/12, Zur Anwendbarkeit des Grundsatzes “falsa demonstratio non nocet” bei formgebundenen Grundstücksgeschäften, NotBZ 2012, 235-236
  • OLG Stuttgart v. 8.3.2012 - 8 W 82/12, Firmenrecht: Prüfungsintensität des Handelsregisters ist auf ein “Grobraster” reduziert, NotBZ 2012, 236-237
  • OLG Stuttgart v. 5.3.2012 - 8 W 75/12, Zur Wirksamkeit einer Eintragungsbewilligung in einem notariellen Testament, NotBZ 2012, 237-239
  • OLG Zweibrücken v. 20.9.2011 - 3 W 103/11, Dingliches Vorkaufsrecht: Auslegung im Hinblick auf seine Vererblichkeit; Rechtsfolge bei Vereinbarung eines “limitierten Kaufpreises”, NotBZ 2012, 239-240

Buchbesprechungen

  • Saß, Simeon, , 16. neu bearbeitete Auflage 2011. Buch mit CD/DVD. 2.606 Seiten, gebunden, Verlag Dr. Otto Schmidt, Köln, ISBN 978-3-504-07009-0, 139 €., NotBZ 2012, 240

Verlag Dr. Otto-Schmidt vom 29.05.2012 08:54